NIERENKRANKUNGEN
Einleitung
Unsere Nieren arbeiten täglich still im Hintergrund – sie reinigen das Blut, regulieren den Wasserhaushalt und halten den Blutdruck im Gleichgewicht.
Wenn sie erkranken, bleibt das oft lange unbemerkt. Viele Menschen erfahren erst spät, dass ihre Nierenfunktion eingeschränkt ist.
Frühzeitige Abklärung durch den Nephrologen kann helfen, Schäden zu vermeiden oder zu verlangsamen.
Inhaltsverzeichnis:
Was sind Nierenkrankheiten?
Nierenkrankheiten (Nephropathien) sind Störungen der Nierenfunktion, bei denen das Organ seine Aufgaben nur eingeschränkt oder gar nicht mehr erfüllen kann. Man unterscheidet:
Akute Nierenerkrankungen, die plötzlich auftreten (z. B. durch Infektionen, Kreislaufstörungen oder Medikamente).
Chronische Nierenerkrankungen, die sich über Monate oder Jahre entwickeln, meist durch Diabetes, Bluthochdruck oder andere Grunderkrankungen.
Wenn der Blutfluss zu den Nieren abnimmt oder die Nieren geschädigt sind, wird zu viel Renin freigesetzt – der Blutdruck steigt.
Man unterscheidet zwei Hauptformen:
Symptome und Warnzeichen
Viele Nierenerkrankungen verlaufen anfangs ohne Beschwerden. Achten Sie dennoch auf mögliche Anzeichen:
Schwellungen an Beinen, Füssen oder im Gesicht
Müdigkeit, Konzentrationsprobleme
Bluthochdruck oder plötzliche Blutdruckveränderungen
Schaumiger oder verfärbter Urin
Häufiges oder vermindertes Wasserlassen
Übelkeit, Appetitlosigkeit
Juckreiz oder Muskelkrämpfe
Wichtig: Das Fehlen von Symptomen schließt eine Nierenerkrankung nicht aus. Regelmässige Kontrollen sind entscheidend.
Ursachen und Risikofaktoren
Zu den häufigsten Ursachen zählen:
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Bluthochdruck (Hypertonie)
Erbliche Nierenerkrankungen
Autoimmunerkrankungen (z. B. Glomerulonephritis)
Langzeitgebrauch bestimmter Medikamente, etwa Schmerzmittel
Harnwegsinfektionen oder Harnabflussstörungen
Alter und familiäre Vorbelastung
Diagnose
Zur Abklärung einer Nierenerkrankung nutzt der Nephrologe verschiedene Untersuchungen:
Bluttests (z. B. Kreatinin, eGFR) zur Einschätzung der Filterleistung der Niere.
Urinuntersuchungen auf Eiweiss (Albuminurie), Blut oder andere Stoffe.
Ultraschall (Sonografie) zur Beurteilung der Nierenstruktur.
Bei Bedarf Spezialtests oder eine Nierenbiopsie zur genauen Ursachenklärung.
Die Werte können je nach Labor variieren – die Interpretation erfolgt immer individuell durch den Arzt.
Behandlung und Verlauf
Die Therapie richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Grundprinzipien sind:
Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Diabetes, Bluthochdruck).
Lebensstil-Anpassung: ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Vermeidung von Rauchen und übermässigem Alkoholkonsum.
Medikamentöse Therapie zum Schutz der Nierenfunktion und Kontrolle des Blutdrucks.
Regelmässige Kontrollen beim Nephrologen zur Verlaufskontrolle.
In fortgeschrittenen Stadien: Dialyse oder Nierentransplantation als Ersatztherapie.
Vorbeugung und Selbstfürsorge
Sie können selbst viel tun, um Ihre Nieren zu schützen:
Regelmässig Blutdruck und Blutzucker kontrollieren.
Ausreichend trinken (nach ärztlicher Empfehlung).
Salz und Fertigprodukte reduzieren.
Schmerzmittel nur nach Rücksprache einnehmen.
Gesunde Ernährung mit frischem Obst, Gemüse und moderater Eiweisszufuhr.
Ärztliche Kontrollen bei Risikofaktoren (Diabetes, Bluthochdruck, familiäre Nierenerkrankungen).
Häufige Fragen (FAQ)
Kann eine Nierenerkrankung heilen?
Akute Formen sind oft heilbar. Chronische Erkrankungen lassen sich meist verlangsamen, aber nicht vollständig rückgängig machen.
Wie oft sollte ich meine Nierenwerte prüfen lassen?
Bei Risikopatienten (z. B. Diabetes, Bluthochdruck) mindestens einmal jährlich.
Was bedeutet eGFR?
Die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) zeigt an, wie gut die Nieren das Blut filtern.
Ist Dialyse immer notwendig?
Nur bei schwerem Funktionsverlust. Ziel ist, dies durch frühzeitige Therapie möglichst zu vermeiden.
Welche Rolle spielt Ernährung?
Sie hat großen Einfluss auf den Verlauf. Eine angepasste Ernährung entlastet die Nieren und stabilisiert den Stoffwechsel.
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